Epirus – Ein starkes Erdbeben hat in den frühen Morgenstunden des Sonntags die nordwestgriechische Region Epirus erschüttert und weite Teile der Westküste in Alarmbereitschaft versetzt. Nach offiziellen Messungen des Geodynamischen Instituts Athen (Geodynamisches Institut) erreichte der seismische Hauptstoß eine Magnitude von 5,3 auf der Richterskala. Das tektonische Ereignis löste weitreichende Erschütterungen aus, die von den Ionischen Inseln bis in den Norden der Halbinsel Peloponnes reichten. Die Behörden registrierten umgehend erste infrastrukturelle Beeinträchtigungen sowie panische Reaktionen in der lokalen Zivilbevölkerung.
Das Zentrum der Erschütterung lokalisierte die staatliche Erdbebenwarte exakt zwölf Kilometer östlich der Ortschaft Leptokarya in der Präfektur Thesprotia. Mit einer berechneten Herdtiefe von lediglich 12,9 Kilometern stufen die Experten das Beben als sehr flach ein. Diese geringe Tiefe erklärt die enorme geografische Ausbreitung der seismischen Wellen. Die Erschütterungen waren nicht nur im gebirgigen Hinterland des Epirus massiv spürbar, sondern weckten auch die Einwohner auf den dicht besiedelten Inseln Korfu und Lefkada sowie in der Hafenstadt Patras. Die topografische Beschaffenheit der Region, die durch tiefe Täler und steile Felsmassive geprägt ist, verstärkte die lokalen Auswirkungen des Naturereignisses zusätzlich.
Infrastrukturelle Schäden und Stromausfälle
Die unmittelbaren Folgen des Erdbebens machten sich vor allem im Verkehrs- und Energienetz der Region bemerkbar. Der Regionalgouverneur von Epirus bestätigte offiziell, dass es auf der Egnatia Odos, der zentralen Ost-West-Autobahn des Landes, zu mehreren kleineren Felsstürzen gekommen sei. Betroffen ist primär der Streckenabschnitt, der in Richtung des internationalen Fährhafens Igoumenitsa führt. Die Einsatzkräfte der Verkehrspolizei und der Straßenmeistereien prüfen zur Stunde die wichtige Verkehrsachse, um sie vor weiteren geologischen Instabilitäten abzusichern.
Parallel dazu meldeten die Zivilschutzbehörden weitreichende Probleme bei der Energieversorgung. Insbesondere im stark frequentierten Becken von Ioannina sowie in der angrenzenden Gemeinde Zitsa, wo das Beben als extrem stark wahrgenommen wurde, brach die Stromversorgung unmittelbar nach den Erschütterungen zusammen. Der zuständige Zivilschutz-Vertreter der Stadt Ioannina gab an, dass große Teile der Bevölkerung aus Angst vor einstürzenden Gebäuden in die Dunkelheit auf die Straßen geflüchtet seien. Die Unterbrechung der Stromzufuhr sei eine typische Sicherheitsreaktion der regionalen Verteilernetze bei Erdbeben einer Magnitude von über 5.
Seismologische Einschätzung und andauernde Nachbeben
Begleitet wurde der Hauptstoß von einer intensiven und anhaltenden Serie seismischer Aktivitäten. Das Geodynamische Institut registrierte in den frühen Morgenstunden weitere signifikante Erschütterungen, darunter ein starkes Nachbeben der Stärke 4,7 in derselben Bruchzone bei Leptokarya sowie eine weitere Bewegung der Magnitude 3,4. Führende griechische Geologen bewerten diese fortlaufende tektonische Entladung grundsätzlich als ein beruhigendes Signal für den Abbau der unterirdischen Spannungen. Dennoch stehe eine endgültige wissenschaftliche Bestätigung, ob es sich bei dem Beben der Stärke 5,3 tatsächlich um den Hauptstoß gehandelt hat, noch aus.
Aus diesem Grund gaben die akademischen Experten sowie die regionalen Zivilschutzbehörden strenge Verhaltensanweisungen an die Zivilbevölkerung heraus. Es wird dringend davon abgeraten, Wohn- und Geschäftsgebäude, die auch nur minimale sichtbare Risse oder strukturelle Schäden aufweisen, wieder zu betreten. Bevor keine detaillierte statische Überprüfung durch staatliche Ingenieurteams erfolgt ist, bleibe das Risiko bei den kontinuierlichen Nachbeben zu hoch. Die regionale Einsatzleitung in Epirus hält die höchste Bereitschaftsstufe aufrecht, während die Einsatzkräfte die Schadensaufnahme in den ländlichen Gemeinden fortsetzen.