Athen – Die griechische Hauptstadt treibt die Modernisierung ihrer städtischen Abfallwirtschaft weiter voran und weitet das System der getrennten organischen Müllsammlung systematisch aus. Am Mittwoch, dem 18. März, der international als Weltrecyclingtag begangen wird, erreichte das Programm zur Verteilung der sogenannten braunen Tonnen für Bioabfälle erstmals das zentral gelegene Stadtviertel Koukaki.
Dieses Gebiet gehört zur Ersten Städtischen Gemeinschaft (1. Dimotiki Kinotita) der Metropole. Die Initiative zielt darauf ab, die Menge der organischen Haushaltsabfälle, die traditionell in den regulären grünen Restmülltonnen landen und somit die stark belasteten städtischen Mülldeponien füllen, signifikant zu reduzieren.
Im Rahmen dieser gezielten Aktion verteilten Mitarbeiter der Stadtverwaltung kostenlose Haushaltsbehälter mit einem Fassungsvermögen von zehn Litern an die Anwohner. Zentrale Anlaufstellen für die Bürger waren dabei der Ausgang der U-Bahn-Station Syngrou Fix sowie der lokale Senioren- und Nachbarschaftstreff, die sogenannte Freundschafts-Leschi (Leschi Filias) von Koukaki.
Neben der reinen Materialausgabe stand die direkte Aufklärung im Vordergrund, um die korrekte Trennung und Entsorgung der organischen Abfälle im häuslichen Alltag von Beginn an sicherzustellen. Die schrittweise Einführung dieser Infrastruktur markiert einen tiefgreifenden Wandel im Umgang mit urbanen Abfällen in der dicht besiedelten griechischen Hauptstadt.
Ausweitung der Infrastruktur und städtische Ziele
Der Athener Bürgermeister, Haris Doukas, äußerte sich zu der fortschreitenden Implementierung des Systems und betonte, dass die braune Tonne nun erfolgreich die Erste Städtische Gemeinschaft erreicht habe. Er erklärte, dass die Stadtverwaltung den Weltrecyclingtag als Anlass genommen habe, um die Bewohner mit den entsprechenden Behältern auszustatten und sie über die exakte Handhabung zu instruieren. Seit dem Beginn der aktuellen Amtszeit des Bürgermeisters beteiligen sich laut seinen offiziellen Angaben bereits 12.000 Haushalte aktiv an diesem Umweltprogramm. Ziel sei es, die organischen Abfälle systematisch von den Mülldeponien fernzuhalten. Der Ausbau werde mit unverminderter Geschwindigkeit fortgesetzt, bis die Biotonne in absolut jedem Viertel von Athen etabliert sei.
Diese strategische Ausrichtung wurde auch von der zuständigen stellvertretenden Bürgermeisterin für Reinigung und Recycling, Olga Dourou, bekräftigt. Sie wies darauf hin, dass das Recycling der entscheidende Faktor für eine Zukunft ohne überflüssige Umweltbelastungen sei. Den Bewohnern der Ersten Städtischen Gemeinschaft seien nun die notwendigen Werkzeuge an die Hand gegeben worden, um die separate Sammlung von organischen Resten in ihre tägliche Routine zu integrieren. Das städtische Programm entwickle sich in einem beständigen Rhythmus weiter und trage maßgeblich dazu bei, eine völlig neue Kultur der Abfallwirtschaft aufzubauen. Diese neue Ausrichtung basiere fundamental auf der aktiven Teilnahme und dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger.
Aktuelle Datenlage zur organischen Mülltrennung
Die bisherigen quantitativen Ergebnisse des Programms für die braune Tonne verdeutlichen den operativen Umfang der städtischen Initiative in Athen. Die zuständigen Dienststellen verwalten aktuell ein Netzwerk von insgesamt 1.330 großen Sammelbehältern für Bioabfälle im öffentlichen Raum. Diese Infrastruktur ist spezifisch unterteilt: 760 Tonnen sind strategisch für gewerbliche Großproduzenten von organischen Abfällen platziert, während 570 Behälter ausschließlich für die Sammlung von Haushaltsabfällen durch die Bürger vorgesehen sind. Das System deckt mit dem Neuzugang nun sechs der insgesamt sieben Städtischen Gemeinschaften Athens ab, konkret die erste, zweite, dritte, fünfte, sechste und siebte Gemeinschaft.
Die Reichweite des Netzwerks erstreckt sich mittlerweile auf rund 12.000 angemeldete Privathaushalte im gesamten Stadtgebiet. Ein wesentlicher Bestandteil der organischen Abfallwirtschaft ist zudem die systematische Einbindung der traditionellen Wochenmärkte (Laiki Agora). Derzeit sind 33 dieser stark frequentierten Bauernmärkte an das städtische Bioabfall-System angeschlossen, was die Erfassung großer Mengen an organischen Resten ermöglicht. Insgesamt konnten durch diese kombinierten Maßnahmen der Behörden sowie der teilnehmenden Haushalte und Märkte bereits mehr als 10.000 Tonnen organische Bioabfälle erfolgreich gesammelt und verarbeitet werden.